Mit vereinten Kräften: Winterlicher Arbeitseinsatz


Schön in Form geschnitten, totes Holz und Wassertriebe ausgeputzt – so präsentieren sich die eine Hälfte der Obstbäume an der Spreeallee Mitte Februar wieder. Auch die Sträucher und Wildrosen sind gebändigt und lassen den Apfel- und Birnbäumen Licht und Platz. Rund ein Dutzend Profi- und Hobbygärtner haben mit Baumscheren und Sägen den Kampf gegen die Dornen und den Wildwuchs aufgenommen.

Und das war längst überfällig geworden: „Ich konnte die Bäume einfach nicht mehr ansehen“, sagte Heike Simson. Über zwei Jahre lang litt sie bei dem Anblick der vernachlässigten Allee jede Woche, wenn sie ihre Tochter auf den Reiterhof fuhr. Als Gärtnerin wusste sie, dass hier dringend geschnitten werden muss. Allerdings hatte sie vor dem Schnitt der Obstbäume Respekt: "Als Friedhofsgärtnerin arbeite ich mehr auf dem Boden."

Schließlich sprach sie Werner Appel an, der sich im Kinderhilfe-Vorstand engagiert. Gemeinsam schmiedeten sie den perfekten Plan: Heike konnte den befreundeten Landschaftsgärtner Boris Stöcklein aus Friesenheim gewinnen und Hofleiterin Christine Wanzek-Heringer organisierte Vereinsmitglieder, die so ihre Arbeitsstunden leisteten. An einem Samstagmorgen um 9 Uhr ging es los: Baumspezialist Boris Stöcklein gab freundlich klare Anweisungen, dann schwärmten alle entlang des Zufahrtswegs aus. Ab und zu ein paar Scherze (oder dezentes Nase Hochziehen in der Februarluft), sonst war nur das Klack-Klack der Astscheren, Klappern der Leitern und Ritsch-ratsch der Säge zu hören. Nach und nach legte jeder eine Kaffeepause ein, rieb sich die lahm werdenden Arme und streckte seinen steifen Rücken. "Das ist etwas anstrengender als tägliche PC-Arbeit" spürte Werner Appel den Unterschied. Auf den Koppeln begleiteten die Pferde die Gärtner, streckten neugierig die Köpfe über den Zaun und wurden mit ein paar frischen Obstzweigen zum Knabbern belohnt. Mittags war klar: Die Allee ist ganz schön lang! Und so sieht eine Wegseite herausgeputzt aus, während die andere Seite nur vereinzelt grob zurückgeschnitten ist – gut vorbereitet für den Feinschnitt bei Arbeitsstunden im nächsten Winter!

In den beiden Folgewochen – kurz vor Frühlingsbeginn – schnitten dann Frau Wanzek-Blaul unter kräftiger Mithilfe von Enkel und Freunden auch die restlichen Bäume zurück. Geschafft – der Frühling kann kommen!

Herzlichen Dank allen Mitgliedern und Freunden für ihren Einsatz! Ein ganz besonderes Dankeschön an Landschaftsgärtner Boris Stöcklein, der eigentlich gar keine Verbindung zu unserem Reiterhof hat und trotzdem seinen Samstag ehrenamtlich für uns investierte! Ebenso Danke an die Firma Willersinn, die wie schon seit Jahren auch wieder einen Container für den Grünschnitt zur Verfügung stellte und alles abfuhr.

Karin Wolf


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