Mannheimer Morgen, 28. Dezember 2011

Therapeutin auf vier Hufen


Oggersheim: Reiterhof der Kinderhilfe hat zwei neue Pferde / Ehrenamtliche Helfer auch für Hintergrundarbeit gesucht

Zwei Neuzugänge hat der Verein Reiterhof der Kinderhilfe in Oggersheim:
Laika und Aurin befinden sich in der Ausbildung zum Therapiepferd. Ihre "Lehrherren" sind Christine Wanzek-Heringer und ihr Team. Finanziert wurden die Therapeuten auf vier Beinen von der BASF.
Die sogenannte Hippotherapie ist beliebt, eine Gruppe der Schlossschule und aus dem Kinderkrankenhaus St. Annastift sind an diesem Nachmittag zu Besuch. Auf Laika dreht ein achtjähriger Junge seine Voltigier-Runden und strahlt. Die fünfjährige Stute fällt langsam in Trab und lässt sich von der Auszubildenden zur Pferdewirtin, Stefanie Schöffler, an der Longe-Leine führen. Der Bub ist Patient der Tagesklinik der Kinderpsychiatrie und soll Selbstvertrauen gewinnen, erklärt sein Betreuer, Günter Theisen.

Selina und Swetlana von der Schlossschule in Oggersheim fühlen sich sichtlich wohl auf dem Rücken von Laika, dem neuen Therapiepferd beim Reiterhof der Kinder-
hilfe. Sie lauschen den Anweisungen von Christine Wanzek-Heringer. BILD: BLüTHNER

Laika kann schwer tragen

Laika ist eine Freiberger-Mix-Stute, also eine Kreuzung aus diesem leichten Kaltblut-Pferd und Warmblütern. Laika agiere sehr ruhig und könne dank ihrer körperlichen Konstitution auch schwerere, erwachsene Patienten tragen. "Sie ist sehr menschen-
freundlich und nicht flanken-empfindlich, also nicht kitzelig", erklärt die Leiterin des Reiterhofs. In Laikas Ausbildung müsse sie noch viel Zeit investieren. Zuvor war die Stute als Kutsch- und Holzrücke-
pferd im Pfälzerwald im Einsatz, erzählt Wanzek-Heringer. Das bringe mit sich, dass sie auf Stimm-
kommandos gut höre, beim Reiten aber noch nicht in allen Gängen gut laufe.
Aurin, der zweite Neuzugang, ist ein Holländisches Kleinpferd und gebärdet sich ganz anders. Neugierig stupst der achtjährige Wallach alle Umstehenden an, blinzelt und tänzelt. Er ist viel zierlicher und kleiner als Laika. „Wir brauchen eine große Vielfalt an Rassen“, erklärt Thomas Heringer, zweiter Vorsitzender des Vereins. Aurin sei für Patienten geeignet, die beispielsweise in der Hüfte Abspreizprobleme haben und auf einem breiten Rücken nicht sitzen können. Seine Vorgeschichte sei weitgehend unbekannt.
Insgesamt 17 Therapiepferde stehen auf dem Reiterhof. Die Kosten für die Hippotherapie werden von den Krankenkassen nicht übernommen; die Patienten müssen eine Pauschale selbst zahlen. Ganztagsschulen wie die Schlossschule haben eigene Mittel, aus denen sie die Kurse bestreiten können. Desweiteren lebt der Reiterhof von Spenden und Mitglieds-
beiträgen und wirbt um neue Ehrenamtliche. Diese könnten – beispielsweise Rentner mit kaufmännischen Berufskenntnissen – auch im Hintergrund arbeiten. bur

KONTAKT
Der Reiterhof der Kinderhilfe e. V. ist in der Spreeallee 3 im Gewerbegebiet Oggersheim-West, hinter dem Dehner-Gartenmarkt. Dort gibt es auch Parkplätze. Infos zum Reiterhof unter Tel. 06 21/67 89 93 und im Internet unter www.reiterhof-kinderhilfe.de


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