Moderner St. Martin


Rheinpfalz, 12.11.2008

An die Geschichte des Heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Arm teilt, haben gestern Abend viele Martinsumzüge in der Stadt und im Landkreis erinnert.

Quelle: Rheinpfalz, Kunz

Unser Foto entstand in Ludwigshafener Stadtteil Süd, wo ein Martinsspiel der Kirchengemeinde Herz Jesu stattfand. St. Martin erschien stiel-
echt zu Pferd, auf dem Kirchhof gab’s eine Martinsfeier, eine Leichterfeier in der Unter-
kirche. Die Kindergarten der Kirchengemeinde sammelten für das Obdachlosenhaus St. Martin in Ludwigshafen Hygieneartikel, wie Seife, Zahnpasta oder Rasierschaum.
Eine moderne Martingeschichte eben.



Hoch zu Ross den Mantel geteilt


Oggersheim: Zwölf Pferde beim Martinumzug der Kinderhilfe dabei
Rheinpfalz, 12.11.2008

Selbstgebastelte Laternen, ein am Boden kauernder Bettler, Hufgetrampel und leuchtende Kinderaugen waren am Samstag zu beobachten, als auf dem Vereinsgelände der Kinderhilfe Oggersheim Martin von Tours, besser bekannt als St. Martin, mit dem Martinsspiel gedacht wurde.

Stolz reitet er voran, der Soldat Martin. Hoch zu Ross auf einem Schimmel, gefolgt von elf weiteren Reitern. Alles Mitglieder der Kinderhilfe., die im Oggersheimer Gewerbegebiet „Westlich der B 9“ ihr Refugium haben.
Im Martinsspiel wird den Besuchern, die sich rund um den Vorplatz versammelt haben, die Geschichte vom St. Martin vorgespielt, während ein Sprecher über dessen Leben berichtet. Da wird von Martin erzählt, der 316 nach Christus im heutigen Ungarn geboren wurde und bereits mit 15 Jahren in die Armee eintrat. Von seiner Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit. Und natürlich wird die Tat vorgeführt, für die Martin auch heute noch bekannt ist: Er teilt in einem bitterkalten Winter seinen Uniformmantel mit einem Bettler, der in seinen dünnen Lumpen zu erfrieren droht. Und das ungeachtet dessen, dass er wegen Zerstörung von Militä reigentum eine Strafe erhalten würde. Die Besucher erfahren, dass Martin sich dem christlichen Glauben zuwandte und sich taufen ließ und wie er später zum Bischof wurde und dies bis zu seinem Tode 397 blieb.

Immer aktuell: Die Geschichte von Sankt Martin, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilt, ist auch heute noch ein Beispiel für gelebte Nächstenliebe. Quelle: Rheinpfalz, Foto: Krauss

Mit musikalischer Begleitung ging es dann dem Ritterross hinterher, der den Laternenzug bis zum Martins-
feuer auf einer Koppel anführte. Hannah Vogt aus der Gartenstadt beäugte vorsichtig die hohen Flammen. „Die Laterne habe ich der Schule selber gebastelt“, sagt die Erstklässlerin. Wer St. Martin war, habe sie vorher nicht gewusst. Deshalb habe sie dem Sprecher besonders gut zugehört. Die Sechsjährige voltigiert auf dem Reiterhof und hat neben Ihrer Mama und Ihrem Bruder auch noch dessen Freund und eine Freundin dabei.

Überhaupt geht es auf dem Reiterhof der Kindehrhilfe familiär zu. Im Reiterstübchen stehen Körbe mit Brezeln und Kannen voller Glühwein und Kinderpunsch bereit, an denen sich jeder bedienen und dafür in das aufgestellte Sparschwein etwas spenden kann. „Das Geld brauchen wir für zwei neue Therapiepferde“, sagt Thomas Heringer von der Kindehrhilfe: „wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Leute immer mehr geben“, sagt er und gibt den Menschen die Gelegenheit, gleich noch etwas Gutes zu tun. Ganz im Sinne von St. Martin.(suk)


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